OPC UA-Server über HTTPS
Der OPC UA-Server des OPC Routers kann über einen HTTPS-Endpunkt erreichbar gemacht werden (siehe Konfiguration – HTTPS port). Beim Verbinden eines Clients über HTTPS müssen einige Besonderheiten beachtet werden, die sich von einer Verbindung über das Standard-OPC-UA-TCP-Protokoll (opc.tcp://) unterscheiden.
Voraussetzungen auf Client-Seite
Keine anonyme Anmeldung
Anonyme Verbindungen sind über HTTPS nicht zulässig. Der Client muss sich mit einem Benutzernamen und einem Passwort anmelden. Der entsprechende Benutzer muss zuvor in der Benutzerverwaltung des OPC UA-Server-Plug-ins angelegt worden sein.
SecurityPolicy auf „None" setzen
Die SecurityPolicy muss auf Client-Seite auf None gesetzt werden.
Die Sicherheitseinstellungen im OPC UA-Server-Plug-in (Basic128 Rsa15, Basic256 Sha256 usw.) gelten ausschließlich für Verbindungen über opc.tcp:// und haben keinen Einfluss auf HTTPS-Verbindungen. Für HTTPS-Verbindungen übernimmt TLS die Transportverschlüsselung; eine zusätzliche OPC-UA-Nachrichtenverschlüsselung (MessageSecurity) ist daher nicht vorgesehen und muss daher auf None gestellt werden.
Beispiel: Einstellung in UA Expert
- Verbindungsassistenten öffnen und die HTTPS-Endpunktadresse des Servers eintragen (z. B.
https://172.20.10.220/services/UA/UA-Server). - Im Abschnitt Security Settings die SecurityPolicy auf None setzen.
- Authentifizierungstyp auf Username stellen und Benutzernamen sowie Passwort eingeben.
Reverse Proxy berücksichtigen
Wenn der OPC UA-Server über einen Reverse Proxy erreichbar ist, muss in den HTTPS-Einstellungen des OPC UA-Server-Plug-ins die Option „Mutual TLS aktivieren" deaktiviert werden.
Wenn diese Option aktiv ist, erwartet der Server, dass TLS-Client-Zertifikat und OPC-UA-Anwendungszertifikat zueinander passen. Hinter einem Reverse Proxy ist diese Zuordnung nicht immer eindeutig. Die Verbindung kann dann trotz korrekter Konfiguration fehlschlagen.
Besonderheit beim Siemens Industrial Edge Web-Management-Endpunkt
Wenn der OPC UA-Server über den Web-Management-Endpunkt eines Siemens Industrial Edge Devices erreichbar ist, muss die Endpunktadresse auf Client-Seite ohne das Präfix /opcrouter angegeben werden.
| Anzeige im Plug-in | Anzugeben im Client |
|---|---|
https://172.20.10.220/opcrouter/services/UA/UA-Server | https://172.20.10.220/services/UA/UA-Server |
Auch in diesem Fall muss die Option „Mutual TLS aktivieren" deaktiviert sein, da der Web-Management-Endpunkt als Reverse Proxy arbeitet.