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SAP im Redundanzbetrieb

Dieser Abschnitt ergänzt die allgemeine Redundanz-Dokumentation um SAP-spezifische Hinweise. Hintergrund ist, dass insbesondere SAP-Trigger im Redundanzbetrieb anders zu bewerten sind als rein lesende oder rein lokal ausgeführte Funktionen.

Warum SAP im Redundanzbetrieb besondere Aufmerksamkeit braucht​

Im Redundanzbetrieb werden auch auf dem Sekundärsystem die beteiligten Plug-ins initialisiert. Bei SAP-Triggern kann das problematisch sein, wenn beide Systeme mit identischen Benutzerdaten arbeiten oder SAP-seitig nicht eindeutig festgelegt ist, welche OPC-Router-Instanz angesprochen werden soll.

Die Risiken liegen typischerweise in diesen Bereichen:

  • parallele Initialisierung derselben SAP-bezogenen Komponenten auf Primär- und Sekundärsystem
  • unklare Zuständigkeit beim Failover, wenn SAP nicht gezielt das aktive System adressiert
  • schwer nachvollziehbare Seiteneffekte bei auslösenden SAP-Aktionen

Was grundsätzlich möglich ist​

Die Redundanz des OPC Routers bleibt auch bei SAP-Szenarien grundsätzlich nutzbar. Kritisch sind jedoch vor allem Konstellationen, in denen SAP aktiv Trigger gegen den OPC Router auslöst und dabei keine saubere Trennung zwischen Primär- und Sekundärsystem besteht.

Verwenden Sie die Redundanz deshalb nicht nur als Infrastrukturthema, sondern prüfen Sie immer auch das konkrete Verhalten der projektierten SAP-Trigger im Failover-Fall.

Empfohlenes Vorgehen​

1. Primärbetrieb zuerst vollständig testen​

Richten Sie SAP-Plug-in, Trigger und beteiligte SAP-seitige Objekte zunächst so ein, dass der Primärdienst allein stabil funktioniert. Prüfen Sie insbesondere:

  • Verbindungsaufbau und Authentifizierung
  • korrekte Auslösung der projektierten Trigger
  • Verhalten bei Wiederveröffentlichung und Neustart

2. Benutzer- und Berechtigungskonzept bewusst prüfen​

Verwenden Sie identische Benutzerdaten nicht ungeprüft für beide OPC-Router-Instanzen. Wenn parallele Initialisierung oder konkurrierender Zugriff zu Konflikten führen kann, sollte das Benutzer- und Berechtigungskonzept entsprechend angepasst werden.

Dabei ist nicht nur relevant, ob die Anmeldung technisch funktioniert, sondern auch, ob SAP-seitig eindeutig erkennbar und steuerbar bleibt, welches System welche Aktion ausführt.

Für SAP-Trigger ist dabei insbesondere relevant, dass die beteiligten Instanzen nicht mit derselben Programm-ID betrieben werden. Verwenden Primär- und Sekundärsystem eine gemeinsame Programm-ID, kann SAP nicht zuverlässig unterscheiden, welche OPC-Router-Instanz angesprochen werden soll. Nutzen Sie daher pro Instanz eine eigene Programm-ID für RFC- und IDoc-Trigger, damit SAP gezielt den aktiven Dienst adressieren kann.

3. Failover gezielt in einer Testumgebung prüfen​

Testen Sie den Wechsel vom Primär- auf den Sekundärdienst und den Rückwechsel ausdrücklich mit den tatsächlich verwendeten SAP-Triggern. Prüfen Sie dabei insbesondere:

  • ob SAP nach dem Failover das richtige System erreicht
  • ob Trigger weiterhin erwartbar ausgelöst werden
  • ob es zu doppelten oder konkurrierenden Effekten kommt
  • ob die SAP-seitig konfigurierte Programm-ID nach dem Failover weiterhin auf die gewünschte aktive Instanz zeigt

4. Triggerarten einzeln bewerten​

Bewerten Sie RFC- und IDoc-basierte Trigger nicht pauschal als gleich. Je nach SAP-seitiger Konfiguration, Zieladressierung und technischem Benutzer können sich die Auswirkungen im Redundanzbetrieb unterscheiden.

Nutzen Sie daher die jeweilige Trigger-Dokumentation als technische Grundlage und ergänzen Sie sie immer um einen projektspezifischen Failover-Test.

Praktische Empfehlungen​

  • Verwenden Sie für produktive Szenarien nur Konfigurationen, die im Primärbetrieb und im Failover-Fall getestet wurden.
  • Dokumentieren Sie SAP-seitig, welche Destinationen, Benutzer und Triggerfunktionen zur aktiven OPC-Router-Instanz gehören.
  • Verwenden und dokumentieren Sie je OPC-Router-Instanz eine eigene Programm-ID für RFC- und IDoc-Trigger.
  • Planen Sie Änderungen an SAP-Triggern so, dass das Verhalten nach Veröffentlichung und Dienstwechsel nachvollziehbar überprüft werden kann.

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