Redundanz
Seit Version 5.1 nutzt die Redundanzfunktion des OPC Routers einen Pre-Shared-Key zur Absicherung der Kommunikation. In der 2. Generation besteht aktuell zusätzlich die Möglichkeit der Projektsynchronisation direkt über den entsprechenden Synchronisierungsdialog im OPC Router.
Die Projektsynchronisation überträgt Projektinhalte zwischen zwei OPC Routern. Sie ersetzt kein Client-Failover und sorgt nicht selbst dafür, dass externe Clients automatisch auf den aktiven OPC Router umgeleitet werden.
Konfiguration der Redundanz
Empfohlene Verwendung der 2. Generation
Die 2. Generation ist die empfohlene Redundanzvariante für neue Installationen und Migrationen. Verwenden Sie diese Variante grundsätzlich auch dann, wenn Projekte nicht über die eingebaute Projektsynchronisation, sondern bewusst manuell per Projekt-Export und Projekt-Import zwischen beiden Systemen abgeglichen werden sollen. So stehen Ihnen künftige Funktionen der Redundanz direkt zur Verfügung.
Die 2. Generation ist nicht an die Projektsynchronisation über den Dialog gebunden. Sie kann auch ohne aktivierte Projektsynchronisation genutzt werden und bleibt trotzdem die empfohlene technische Basis für den Redundanzbetrieb.
Projektsynchronisation verwenden
Damit Primär- und Sekundärdienst ein Projekt synchronisieren können, muss in beiden Systemen eingetragen werden, wie das jeweilige OPC Router Management vom anderen System aus erreichbar ist. Die eigentliche Synchronisation wird anschließend über den Redundanzstatus im Header-Menü angestoßen:

Hier sehen Sie neben dem grundsätzlichen Redundanzstatus auch, ob und wann zuletzt eine Projektsynchronisation stattgefunden hat. Bei Bedarf kann die Synchronisation erneut angestoßen werden.
Die Projektsynchronisation prüft nicht automatisch, ob die Konfiguration fachlich vollständig oder lauffähig ist. Sie stößt nur den Austausch der benötigten Projektdaten zwischen beiden Systemen an.
Redundanzmodus
Der Dialog ist in die Bereiche Redundanzmodus, Pre-Shared-Key, Allgemeine Einstellungen, Kommunikationsgeneration, Projektsynchronisation, Primärsystem und Sekundärsystem gegliedert. Welche Felder aktiv bearbeitet werden können, hängt vom gewählten Redundanzmodus ab.
Redundanzmodus
Hier wird festgelegt, ob die Instanz deaktiviert ist oder als Primär- bzw. Sekundärsystem arbeitet.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Deaktiviert | Die Redundanz ist inaktiv. |
| Primärsystem | Diese Instanz arbeitet als aktives System. Sie stellt das Web-Management für Projektsynchronisation und Heartbeat-Kommunikation bereit und überwacht den Sekundärdienst. |
| Sekundärsystem | Diese Instanz bleibt im Standby, solange das Primärsystem erreichbar ist. Fällt das Primärsystem aus, übernimmt sie die aktive Rolle. |
Pre-Shared-Key
Der Pre-Shared-Key wird für die Authentifizierung zwischen den beteiligten OPC-Router-Instanzen verwendet. Er wird in beiden Generationen benötigt und als Kombination aus Schlüssel und Wert im internen Secrets-Store gespeichert.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Pre-Shared-Key | Der Pre-Shared-Key wird als Schlüssel-Wert-Paar im Secrets-Store hinterlegt. Dieses Paar muss auf Primär- und Sekundärsystem konsistent vorhanden sein, damit die Authentifizierung der Redundanzpartner funktioniert. |
| Hinzufügen / Bearbeiten / Löschen | Über die Schaltflächen können Schlüssel-Wert-Paare im Secrets-Store hinzugefügt, bearbeitet und gelöscht werden. |
| Generieren | Erzeugt automatisch einen Pre-Shared-Key-Wert. Dieser kann anschließend als Schlüsselwert in ein solches Paar im primären und im sekundären OPC Router eingefügt werden. |
Allgemeine Einstellungen
Diese Einstellungen betreffen die allgemeine Erreichbarkeit und Absicherung der Redundanzkommunikation.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Lokale Management-Adresse | Adresse des lokalen OPC Router Managements im URL-Format. Über diese Adresse muss die jeweilige Instanz vom Redundanzpartner erreichbar sein. |
| Ping Intervall (s) | Intervall in Sekunden, in dem die Gegenstelle geprüft wird. Der Wert beeinflusst die Reaktionszeit, mit der Zustandsänderungen erkannt werden. |
| Vertrauenswürdige Zertifikate | Wenn HTTPS für den Management-Zugriff verwendet wird, wird hier festgelegt, welchen Zertifikaten vertraut wird. Alle (unsicher) akzeptiert jedes Zertifikat, Router vertraut den in der Zertifikatsverwaltung des OPC Routers hinterlegten Zertifikaten und Windows nutzt den Windows-Zertifikatsspeicher. Hinweise zur Einrichtung für Router und Windows finden sich im Abschnitt Zertifikatsprobleme (HTTPS). |
Kommunikationsgeneration
Hier wird gewählt, welche Redundanzgeneration verwendet wird.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| 2. Generation mit Projektsynchronisierung (empfohlen) | Empfohlene aktuelle Variante. Sie unterstützt die Projektsynchronisation zwischen beiden OPC-Router-Instanzen und bildet die technische Basis für weitere Funktionen in künftigen Versionen. |
| 1. Generation | Frühere Generationsvariante ohne Projektsynchronisation. |
Beide Generationen verwenden einen Pre-Shared-Key zur Absicherung der Kommunikation. Die wichtigsten Unterschiede sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst:
| Merkmal | 2. Generation | 1. Generation |
|---|---|---|
| Projektsynchronisation | ✅ | – |
| Projektsynchronisierung im Dialog | ✅ | – |
| Synchronisierungssymbol im Status | ✅ | – |
| Grundlage für weitere Redundanzfunktionen | ✅ | – |
Hinweise zur Vergleichstabelle:
- ✅ = verfügbar
- – = nicht verfügbar
Die nicht abgesicherte Legacy-Redundanz wird seit OPC Router 5.4 nicht mehr unterstützt. Bei Updates von älteren OPC-Router-Versionen mit ungesicherter Redundanz müssen Sie die Projektsynchronisation daher neu konfigurieren.
Projektsynchronisation konfigurieren
Dieser Bereich steuert die Projektsynchronisation zwischen Primär- und Sekundärsystem. In der 2. Generation kann er aktiv genutzt werden. In der 1. Generation bleibt er deaktiviert; ein Projektabgleich muss dort bei Bedarf manuell über Projekt-Export und Projekt-Import erfolgen.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Projektsynchronisierung aktivieren | Aktiviert in der 2. Generation die Projektsynchronisation. In der 1. Generation ist die Option nicht verfügbar und bleibt deaktiviert. |
| Experteneinstellungen zulassen | Gehört zur Projektsynchronisierung und ist nur in der 2. Generation nutzbar. Experteneinstellungen ermöglichen das Umgehen von Validierungen, um Sperren aufgrund fehlerhafter Daten ignorieren zu können. |
| Lifecycle-Operations-Timeout | Zeitlimit für Lifecycle-Operationen (initialisieren, Abschließen) der Projektsynchronisation. Diese Vorgänge sollten idealerweise wenige Sekunden dauern. In der 1. Generation ist die Einstellung deaktiviert. |
| Operations-Timeout | Allgemeines Zeitlimit für eine Synchronisationsoperation (Export, Übertragung, Import). In der 1. Generation ist die Einstellung deaktiviert. |
Einstellungen (nur) Primärsystem
Der Primärdienst arbeitet aktiv und überwacht, ob der Sekundärdienst weiterhin Heartbeats sendet. Bleiben diese aus, wird der Sekundärdienst als getrennt bewertet. Dieser Bereich ist für beide Generationen relevant.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Timeout | Zeit in Sekunden, nach der der Sekundärdienst (aus Sicht des Primärdienstes) als getrennt gilt, wenn keine gültigen Heartbeats mehr empfangen werden. |
Einstellungen (nur) Sekundärsystem
Der Sekundärdienst bleibt im Standby, solange der Primärdienst erreichbar ist. Über Heartbeat testen kann die Verbindung zum gegenüberliegenden Dienst geprüft werden. In der 2. Generation steht zusätzlich Projektsynchronisierung testen zur Verfügung, um die Kommunikationswege für die Projektsynchronisation grundsätzlich zu prüfen. In der 1. Generation entfällt diese Funktion zusammen mit der Projektsynchronisation.
Damit der Verbindungstest funktioniert, muss die Redundanzkonfiguration produktiv geschaltet sein.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Adresse | Adresse des Primärsystems im URL-Format. Als Port ist der Port des Web-Managements anzugeben, zum Beispiel https://primaryInstance:5000. |
| Heartbeat Intervall | Intervall in Sekunden, in dem der Sekundärdienst das Primärsystem kontaktiert. Der Wert sollte kleiner als der Timeout des Primärsystems sein, damit die Verbindung dort nicht fortlaufend als getrennt bewertet wird. |
| Heartbeat testen | Prüft, ob das konfigurierte Primärsystem erreichbar ist. |
| Projektsynchronisierung testen | Nur in der 2. Generation verfügbar. Prüft, ob die Kommunikationswege für die Projektsynchronisation grundsätzlich funktionieren. Eine fachliche Validierung des Projekts erfolgt dabei nicht. |
Der Port des Web-Managements des Primärdienstes muss in der Firewall freigegeben sein, damit sich der Sekundärdienst verbinden kann.
Zustandsänderungen der Redundanz werden protokolliert und zusätzlich in der Statusanzeige farblich dargestellt. Ein Logeintrag wird erstellt, wenn die Redundanz aktiv wird (primärer OPC Router ist ausgefallen) oder wieder inaktiv wird (primärer OPC Router ist wieder erreichbar). In der Statusanzeige wird der aktive Zustand grün und der Standby-Zustand blau dargestellt.
Umgebungsvariablen
Mehrere Einstellungen zum Redundanzverhalten können über Umgebungsvariablen für die Redundanz gesetzt werden.
Über Umgebungsvariablen gesetzte Einstellungen überschreiben stets die über die UI vorgenommenen Einstellungen.